
Wenn ein neues Analysegerät ins Labor kommt, erwarten alle dasselbe: Das Röhrchen mit Barcode kommt ins Gerät, und das Ergebnis landet in der Patientenakte, ohne dass jemand es abtippt. Dahinter steht die Anbindung zwischen Gerät, Laborinformationssystem (LIS) und Krankenhausinformationssystem (KIS). In diesem Beitrag erklären wir, wie diese Anbindung funktioniert und wo es bei der Installation am häufigsten hakt.
Welche Sprache sprechen die Geräte?
Die meisten Laborgeräte nutzen einen von zwei Standards.
ASTM ist ein altes, aber noch immer weit verbreitetes Protokoll, das heute vom CLSI unter den Bezeichnungen LIS1-A und LIS2-A2 gepflegt wird. Nachrichten bestehen aus Datensätzen wie Header (H), Patient (P), Auftrag (O), Ergebnis (R) und Abschluss (L). Bei der Übertragung tauschen beide Seiten Schritt für Schritt Steuerzeichen wie ENQ, ACK und EOT aus.
HL7 v2 ist eher die Sprache der Krankenhaussysteme. Für Aufträge werden Nachrichten wie ORM^O01 oder OML^O21 verwendet, für Ergebnisse ORU^R01. Patientendaten stehen im PID-Segment, der Auftrag im OBR-Segment und jedes einzelne Testergebnis in einem OBX-Segment. Übertragen werden die Nachrichten per MLLP über TCP/IP.
Im selben Labor kann das Gerät für klinische Chemie ASTM und das Hämatologiegerät HL7 sprechen. Der erste Schritt der Anbindung ist zu klären, welches Protokoll jedes Gerät in welcher Version und mit welchen Einstellungen nutzt.
Kabel oder Netzwerk?
Ältere und manche kleinere Geräte nutzen noch die serielle RS-232-Schnittstelle. Baudrate, Parität und Stoppbits müssen auf beiden Seiten exakt übereinstimmen. Die meisten neuen Geräte werden über TCP/IP angebunden. Um ein serielles Gerät ins Netz zu bringen, lässt sich ein Seriell-Ethernet-Wandler einsetzen; das ist aber auch ein weiterer Verbindungspunkt, der überwacht werden muss.
Unidirektional oder bidirektional?
Bei einer unidirektionalen Anbindung sendet das Gerät nur das Ergebnis; welche Tests für welches Röhrchen laufen sollen, gibt das Laborpersonal am Gerät ein. Bei einer bidirektionalen Anbindung fragt das Gerät nach dem Lesen des Barcodes beim LIS nach, welche Tests für dieses Röhrchen angefordert sind, oder die Arbeitsliste wird vorab an das Gerät gesendet. Die bidirektionale Anbindung verringert Fehler durch manuelle Eingabe deutlich, setzt aber voraus, dass die Testcodes auf beiden Seiten korrekt zugeordnet sind.

Wo hakt es am häufigsten?
- Zuordnung der Testcodes: Ist „GLU“ am Gerät derselbe Test wie „Glukose (nüchtern)“ im LIS, mit derselben Einheit und derselben Zahl an Nachkommastellen?
- Wiederholungsmessungen: Welches Ergebnis aus Wiederholung und Verdünnung in den Befund geht.
- Qualitätskontrollproben: QC-Ergebnisse dürfen nicht wie Patientenergebnisse im System landen.
- Türkische Sonderzeichen: Buchstaben wie ğ, ş und İ in Patientennamen, die auf dem Gerätedisplay oder im Befund verstümmelt werden.
- Uhrzeit und Verbindungsabbrüche: Eine falsch gestellte Geräteuhr; Ergebnisse, die sich bei einem Netzausfall ansammeln, müssen danach vollständig übertragen werden.
Die meisten dieser Probleme lassen sich schon vor dem Installationstag anhand der Testcode-Liste und von Beispielnachrichten lösen.
Wozu dient Middleware?
Hat ein Labor mehrere Geräte, kann statt der Einzelanbindung jedes Geräts an das LIS eine Middleware eingesetzt werden. Sie übersetzt die unterschiedlichen Nachrichten der Geräte in ein einheitliches Format, hält Ergebnisse bei Verbindungsabbrüchen in einer Warteschlange und protokolliert, welche Nachricht wann wohin ging. Geht ein Ergebnis verloren, sind diese Protokolle die erste Anlaufstelle.
Netzwerk und KVKK
Die Geräte übertragen Patientendaten. Ein eigenes VLAN für das Gerätenetz, getrennt vom übrigen Krankenhausnetz, ein kontrollierter und protokollierter VPN-Zugang für den Fernservice und eine von Anfang an geplante Server- und Backup-Struktur sind auch im Hinblick auf das KVKK (das Datenschutzgesetz in Türkiye) wichtig.
Ein kurzer Hinweis für Gerätehändler
Läuft das Gerät am Installationstag, fließen die Ergebnisse aber nicht ins KIS, gilt die Installation für das Labor als nicht abgeschlossen. Wer die Testcode-Liste, die Kontaktdaten der LIS- und KIS-Anbieter und die Schnittstellendokumentation des Geräts vor der Installation zusammenträgt, verkürzt die Zeit vor Ort deutlich.
SMB Teknoloji arbeitet an der Anbindung von Laborgeräten an LIS und KIS über HL7 und ASTM, an Middleware und an der Netzwerkinfrastruktur von Laboren. Wenn Sie bei einer Installation oder einer bestehenden Anbindung Unterstützung brauchen, schreiben Sie uns: [email protected]